Attack on Titan

Wir sind die Jäger

In 2000 Jahren sieht die Welt anders aus: Riesige, groteske Lebewesen mit doch menschlicher Gestalt aber wenig Verstand fressen Menschen und haben so ein Großteil der Menschheit ausgerottet. Die wenigen Überlebenden leben zurückgezogen hinter 50 Meter hohen Mauern. Doch als ein selbst diese Mauern überragender Titan in Erens Heimatdorf auftaucht, kurzerhand ein Loch in die religiös verehrten Mauern tritt und die Idylle von Titanen überrannt wird, ist der Schein von Sicherheit vorbei. Um Rache zu nehmen, tritt Eren eine spezielle militärische Ausbildung an, muss aber bald feststellen, dass nur wenige seinen Rachedurst teilen. Nichtsdestotrotz finden sich ein paar Rekruten, die der Aufklärungseinheit beitreten, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Titanen auszumerzen und den Menschen so wieder ein leben außerhalb der Mauern zu ermöglichen.

Im Bezug auf Attack on Titan muss man wohl zunächst eines bemerken: Gewalt. Gewalt, Kämpfe und Blut sind in Manga und Anime, die entgegen manch Behauptung nicht Kinder zu ihrem primären Zielpublikum machen, nichts Besonderes. Nichtsdestotrotz ist Attack on Titan mit seinen menschenfressenden Titanen nichts für schwache Nerven. Das Grauen, dass die Titanen anrichten – sowohl unter der einfachen Bevölkerung als auch innerhalb von Erens Truppe – ist zentraler Bestandteil der Serie. Bezeichnend dafür ist auch, dass der Manga (in Deutschland von Carlsen publiziert) grundsätzlich nur eingeschweißt verkauft wird.

Typisch für den Manga ist es aber auch, dass die wenigstens es bei einem simplen Menschheit-gegen-Monster-Plot belassen. Der Feind ist in vielerlei Hinsicht auch im Inneren. Das Militär ist verweichlicht. Die Bewohner der sichereren Städte ignorieren die immer größer werdende Bedrohung durch die Titanen und murren über Flüchtlinge. Nahrungsmittelknappheit durch überrannte Felder. Korrupte Politiker. Ein religiöser Kult, der etwas über die ansonsten geheimnisumwobenen Mauern weiß, aber penetrant schweigt. Keinerlei Wissen über Herkunft oder Ziele der Titanen. Raubende und mordende Menschen. Die Katastrophe wird perfekt, als Eren sich urplötzlich selbst in einen Titanen verwandelt – zwischen nützlicher Waffe und gefährlichem Monster nimmt er nun einen ganz besonderen Platz ein. Und wer weiß, ob da nicht noch mehr Titanen sind, die sich als Mensch ausgeben….
Auch die Angst ist damit eines der zentralen Themen von Attack on Titan. Angst vor den Titanen, Angst, die einen fliehen statt kämpfen lässt, ermutigende Angst, Angst vorm Versagen, Angst vor falschen Entscheidungen, die anderen das Leben kosten, Angst vor dem Verlust der eigenen Menschlichkeit, Angst vor dem Tod, Angst vor den Vorgesetzten, Angst vor Freunden.

Attack on Titan ist und bleibt ein Action-Titel, der sich vor allem über die eindrucksvollen Kämpfen mit den Titanen definiert, aber das bedeutet nicht, dass es keinerlei psychologische Tiefe in  gibt. Insofern greift die Serie viele typische Elemente auf – Kämpfe, Monster, Verwandlungen, Kampf ums Überleben – und packt diese in eine spannend erzählte Geschichte, die Attack on Titan längst zu einem Meilenstein in der Anime-Landschaft hat werden lassen. Dementsprechend gibt es neben dem Manga und dem obligatorischen Anime (in Deutschland wahlweise bei Kazé oder Anime on Demand zu sehen), sondern auch Filme, live-action-Verfilmungen, Spin-offs, Spiele und Light Novels – das ganze Programm eben.

Kazé bietet auch mehrere Trailer zur Vorschau, u.a.:

 

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