Kurzportrait: Magical Girls

Sailor Moon, Wedding Peach, Madoka und die zahlreichen Mädchen aus Pretty Cure haben alle eines gemeinsam: Sie sind Magical Girls oder auch Mahou Shojo.

In Manga und Anime stellt das Magical Girl-Genre eines der wenigen Genre dar, für die es im Film so keine direkte Entsprechung gibt. Wie alle Genre baut auch das Magical Girl-Genre auf einer Reihe von bekannten Figuren und Plotverläufen auf.  Die zentrale Figur des Genre und dessen Namensgeber ist das Magical Girl selbst. Magical Girls sind in aller Regel Mädchen im Alter von 10 bis 17 Jahren, die eines Tages und meistens durch ein magisches, sprechendes und ausgesprochen niedliches Wesen Zauberkräfte erhalten, mit denen sie sich in ein Magical Girl verwandeln können – meistens mit dem Ziel, das Böse, das sich in der Welt in Form von Dämonen oder anderen üblen Machenschaften manifestiert, zu bekämpfen. Die meisten Magical Girls kämpfen nicht alleine, sondern erhalten im Laufe der Zeit Unterstützung durch weitere Mitstreiterinnen. Typischerweise decken diese Heldinnen sehr unterschiedliche Persönlichkeiten ab, sodass es untereinander häufig zu Reibereien kommt. Am Ende sind die zentralen Themen der Magical Girl-Anime aber nicht nur die Idee, dass das Gute siegt, sondern auch die Freundschaft, die sich die Mädchen immer wieder untereinander beweisen. Typisch in diesem Zusammenhang sind vor allem die in der Regel sehr aufwendige gestalteten Transformationsszenen der Mädchen, in denen sie von ihrem durchschnittlichen Normalo-Dasein per magischer Verwandlung ihr Magical Girl-Kostüm angezogen bekommen (es besteht keinerlei Notwendigkeit zum Umkleiden in einer Telefonzelle).

Obwohl man dieses Schema in zahlreichen Magical Girl-Anime finden kann und so im Wesentlichen auch noch verwendet wird, trat mit Puella Magi Madoka Magica ein Ruck durch das Genre, der auch neue Magical Girl-Anime beeinflusst. Puella Magi Madoka Magica greift einerseits alle typischen Elemente eines Magical Girl-Anime auf: verschiedene Heldinnen, die sich verwandeln, die böse Hexen bekämpfen, alles unter Anleitung eines niedlich aussehenden weißen Aliens. Gleichermaßen wird aber auch mit bekannten Elementen gebrochen. Die Mädchen unterstützen sich tatsächlich nicht gegenseitig, sondern bekriegen einander, die eigentliche Protagonistin kann sich bis zum Ende nicht entschließen, ob sie nun eigentlich ein Magical Girl werden soll oder besser nicht und vor allem – und das ist der entscheidende Unterschied – ist das Magical Girl nichts inhärent Gutes mehr. In klassischen Magical Girl-Anime hatte das Magical Girl zwar auch schwere Kämpfe und Prüfungen zu bestreiten, aber der Glaube daran, dass man es schaffen kann und dass das Magical Girl-Sein etwas Besonderes ist, ein Zustand, den es zu erreichen und aufrecht zu erhalten gilt – dieser Glaube existiert in jüngeren Ausprägungen des Genre nicht mehr. Puella Magi Madoka Magica hat das Magical Girl erstmals von einer tragischen Seite gezeigt, in der die vollbrachten Heldentaten nicht entlohnt werden, in deren Kämpfen ständig das eigene Leben auf dem Spiel steht und die am Ende nicht mal die Erlösung erwartet.

Dementsprechend bleibt abzuwarten, wie sich das Magical Girl-Genre weiter entwickelt – denn Anime ohne Magical Girls ist derzeit auch nicht vorstellbar.

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