School-Life!

Kawaii + Zombie

Vier süße Mädchen, ein ganz normaler Schulalltag, Diskussionen über Belanglosigkeiten – zuerst sieht School-Life! wie ein  klassischer Vertreter des slice-of-life-Genre aus, einem Genre, das sich primär auf das Alltägliche und Normale konzentriert. Doch der kawaii-Look der Serie täuscht: Tatsächlich wurde die Welt und die Schule der Mädchen von einer Zombieapokalypse überrannt. Protagonistin Yuki erleidet einen Schock – und sieht die Welt fortan anders als ihre Freunde. Statt den zerstörten Klassenzimmern, den zerbrochenen Fenstern und den umherstreifenden Zombies sieht Yuki weiterhin die schöne heile Welt vor dem Ausbruch, komplett mit Unterricht, Freunden und einem rundum glücklichen Leben.

In einer im Anime nicht ganz unbekannten, aber im Westen grundsätzlich fremden Mischung aus normalem Alltag und kreuchenden Zombies erzählt School-Life! eine etwas andere Zombieapokalypse. Die vier überlebenden Mädchen befinden sich in einer halbwegs gesicherten Situation im Schulgebäude: Es gibt Nahrungsmittel und Wasser, Strom und sonst alles, was man zum Überleben braucht. Gleichermaßen sind sie aber auch ohne jede Chance aus der Schule zu fliehen und tun deswegen das einzige, was ihnen in dieser Situation übrig bleibt – einen halbwegs normalen Alltag führen. Da kommt Yukis Illusion der heilen Welt gerade recht und die Mädchen unternehmen allerlei Dinge, die auch sonst zu einem ganz normalen Schulalltag gehören. Doch hinter der Fassade lauert immer der harte Kern der Wahrheit. Die mutige Kurumi musste ihren Schwarm töten, nachdem dieser sich in einen Zombie verwandelte und sie angriff. Die eigentlich so erwachsene Yuri leidet nach und nach immer stärker an den psychologischen Folgen, die die Apokalypse mit sich bringt. Miki und ihre Freundin Kei konnten sich während des Ausbruchs retten und in einem Zimmer in der Shopping-Mall einschließen. Die Tage der Ungewissheit und des Nichtstuns trieben Kei schließlich aber doch dazu, das Zimmer zu verlassen, ohne wirkliche Chance auf Rettung oder Überleben. Das letzte Mitglied des Überlebensclubs ist die unerfahrene Lehrerin Megumi, die sich zwar rührend um ihre Schüler kümmert, die aber auch immer wieder unterbrochen oder ignoriert wird – denn tatsächlich ist Megumi bereits eine von Yukis Illusionen.

So spielt der Anime immer wieder mit der Welt Yukis und der Welt der drei anderen Mädchen, mit dem regulären Schulalltag und mit der Apokalypse. Dabei ist Yukis Schockzustand und die heile Welt, die sie infolgedessen aufbaut, keineswegs nur hinderlich, sondern gibt den anderen Mitgliedern die dringend benötigte Normalität und Fröhlichkeit, um trotz der Krise weiterzumachen. Dadurch, dass die Gruppe sich – anders als in manch anderen Zombiegeschichten – nicht permanent auf der Flucht befindet, sondern stattdessen versuchen weiterzuleben, hat School-Life! die Zeit, sich ausführlicher mit den mentalen Problemen und Konsequenzen der Mädchen auseinanderzusetzen. Der Anime kann dabei nur einen Teil dieser Konsequenzen aufgreifen, während der Original-Manga hier etwas tiefsinniger vorgehen kann. Noch bleibt abzuwarten, wie die Geschehnisse für die live-action-Verfilmung angepasst werden, die noch dieses Jahr erscheinen soll.

In Deutschland ist der Anime bei Kazé erschienen, die auf ihrer Website auch einen Trailer zur Verfügung stellen:

 

 

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