Vokabular: Tsundere und Yandere

Was sind Tsundere und Yandere?

Wenn man sich im Gebiet von Manga und Anime bewegt, dann findet man sowohl in der Forschung als auch innerhalb der Fangruppen und Communities ein eigenes Vokabular: Yaoi, Dojinshi, Kabedon, Seme uvm. sind  Begrifflichkeiten, die man beherrschen sollte, wenn man sich sicher in diesem Themengebiet bewegen will.

Die Begriffe Tsundere und Yandere beschreiben jeweils einen ganz speziellen Charaktertypen, der mit entsprechenden Verhaltensweisen einhergeht.

Das Wort Tsundere setzt sich zusammen aus den japanischen Wörtern „tsuntsun“ (dt.: griesgrämig, sauer, schlecht gelaunt) und „deredere“ (sanft, verliebt). Sie entsprechen in etwa dem, was man hierzulande als „harte Schale, weicher Kern“ kennt. Diese Charaktere wirken fies, gemein, griesgrämig und lassen hemmungslos ihre schlechte Laune an anderen aus. In bestimmten Situationen oder im Zusammensein mit bestimmten anderen Figuren zeigen diese Charaktere eine dann – scheinbar ganz unpassende – weiche, mitfühlende Seite. Eine Figur besitzt damit ganz unterschiedliche Verhaltensweisen. In aller Regel zeigt sich die „dere“-Seite mehr, je näher (und desto verliebter) die Person ist. Es geht aber niemals darum, die „tsun“-Seite des Charakters auszulöschen. Vielmehr lebt diese Figur vom Wechselspiel ihres Verhaltens. Während auch die Tsundere früher vor allem als ein weiblicher Charaktertyp bekannt war, gibt es heute auch vermehrt männliche Figuren, die diesem Typ entsprechen. Die Tsundere ist ausgesprochen populär und weit verbreitet.

Die Yandere ist das Gegenteil der Tsundere und setzt sich aus „yanderu“ (dt.: krank sein) und „deredere“ zusammen. Die bis heute weiblichen Yandere-Charaktere empfinden eine besonders intensive Liebe gegenüber einer anderen Figur, die im späteren Verlauf der Geschichte aber eine Psychose entwickeln und im Wahn die Rivalinnen, sich selbst oder gar den Liebsten töten. Bei der Yandere handelt es sich im Vergleich zur Tsundere um einen jüngeren und auch weniger verbreiteten Typ – weil Titel mit Yandere-Figuren zwangsläufig irgendwann extreme Gewaltszenen beinhalten.

Es gibt auch einige weniger bekannte Typen. Die Kuudere („cool“ und „deredere“) ähnelt der Tsundere indem sie gelegentlich eine warme, süße, herzliche Seite zeigt. Während die Tsundere aber entsprechend ihres „tsuntsun“-Element sonst aggressiv ist, ist die Kuudere eher kühl und emotionslos. Bei der Dandere („danmari“ (dt.: schweigend) und „deredere“) handelt es sich um einen Charakter, der wegen seiner extremen Schüchternheit kaum spricht  und generell Kontakt zu anderen meidet. Dieser Charakter erwärmt sich meistens im Laufe der Story für eine andere Person und wird dann nur mit dieser gesprächiger.

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